80. Europäische Strategien in der Bildungspolitik? 

Foto der EMINENT Konferenz
© Axel Zahlut - #EMINENT2015

In den vergangenen zwei Tagen hatte ich die Ehre, an der EMINENT-Konferenz des European Schoolnet (www.eun.org) teilzunehmen. In den letzten Jahren entwickelte sich diese Konferenz zu einem strategischen Forum, in dem pädagogische Konzepte für die Zukunft und Kollaborationen zwischen europäischen PartnerInnen entwickelt wurden. Vielleicht könnte man diese Konferenz als Ausgangspunkt für einen Think Tank sehen. Der Fokus liegt, wie bereits in den letzten Jahren, auf den Naturwissenschaften. Es gibt leider aktuell nicht genügend SchülerInnen, die an den Naturwissenschaften interessiert sind und Studierende, die in diesem Feld studieren. Es wird befürchtet, dass Research und Development vermehrt aus Europa abwandern wird! 


Interessant waren vor allem die Vorträge der Bildungsministerien aus Katalonien, Spanien, Schweden, Litauen, Finnland, Flandern, Malta und Portugal. Alle beklagen den Umstand, zu wenig Studierende in den Naturwissenschaften zu haben - diese gehen lieber in die Sozialwissenschaften. In den genannten Ländern wurden Reformen der Lehrpläne durchgeführt - auch in Österreich wäre eine fundamentale Reform der Lehrpläne diesbezüglich notwendig - betroffene Stakeholder ins Boot geholt und breite Maßnahmenpakete geschnürt. Diese reichen von peer-to-peer-learning für SchülerInnen und LehrerInnen, Projektarbeiten im Unterricht, dezentralisierte Assessments und mehr Autonomie für die Schulen. Sind diese Maßnahmen umgesetzt, ist vielleicht der Umstand, dass viele Studierende dennoch in die Sozialwissenschaften gehen, eine Reflexion der jungen Gesellschaft. 


Es scheint, dass vermehrt bestehende Strukturen hinterfragt werden - politische und wirtschaftliche. Vielleicht wollen viele Studierende nicht mehr ein Teil dieser Struktur sein. Das zeigt, dass eine Gesellschaft nachdenkt und das scheint heute so notwendig wie schon lange nicht mehr zu sein. Die gewinnbringende Strategie, mehr SchülerInnen für die Naturwissenschaft zu begeistern, wäre die soziale Verantwortung und Dimension herauszustreichen. Die Naturwissenschaften sind nicht mehr ausführendes Organ der Wirtschaft - auch wenn das manche Betriebe gerne so sehen würden - sondern sollten gesellschaftliche Veränderungsprozesse wissenschaftlich leiten, damit die Verbindung zwischen Forschung, Wissenschaft, Sozialwissenschaft und Politik hergestellt werden kann. Aber dieser Prozess wird nicht gestartet, wenn Veränderungen aus dem Status quo gedacht werden … 

 

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