Genug gegrübelt?

Grübelnder Mensch!
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Die Gegenwart zeichnet ein dunkles Bild. Eigentlich ist es sogar viel zu dunkel. Wir leben in einem ständigen Spannungsfeld zwischen der Suche nach persönlichem Glück und einer Welt, die wenig Optimismus zu verbreiten vermag. Terrorismus, Populismus, Armut, Ausbeutung und Perspektivenlosigkeit. Aber ist es wirklich so schlimm oder müssen sich Eltern tatsächlich Sorgen machen, dass die Welt, die sie ihren Kindern hinterlassen, nicht mehr besser - vielleicht sogar schlechter - als jene ist, die sie von ihren Eltern „übernommen haben“? Manchmal tut ein relativierender Blick gut!

1. Eine Generation im Überfluss?

Unsere Eltern- und Großelterngeneration hat aus den Trümmern des zweiten Weltkriegs etwas geschaffen, das vor 60 Jahren noch undenkbar schien. Eine florierende Wirtschaft, ein friedliches Europa und ungeahnte Möglichkeiten für ihre Kinder - uns. Sie überwanden den Kalten Krieg, eine Ölkrise, emanzipierten sich sexuell und gründeten mit der Au-Besetzung in Hainburg eine aktive Bürgerbewegung. Ihren Kindern konnten sie ermöglichen, was ihnen noch verwehrt war. Vor allem materiell schien keine Grenze mehr zu bestehen.

Doch dann passierte es: Das Platzen der .com-Blase und danach der Immobilienblase resultierten in einer wirtschaftlichen Stagnation. In ihrer Folge wurden sozial schwächere Gruppen zu den großen Verlierer/-innen des Systems. Politischer Frust endete in Populismus und zunehmende Radikalisierung - zunächst nur verbal - in Glaubenskriegen. Der sogenannte Islamische Staat ist hier leider nur die traurige Spitze des Eisbergs. Unsere Generation findet nicht mehr jene Möglichkeiten vor, die unsere Eltern für uns schufen, auf die wir sozusagen vorbereitet wurden, und das frustriert.

2. Die Perspektivenlosigkeit einer Generation!

Protestbewegung
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Es scheint, als hätten vergangene Generationen ein gemeinsames, sinnstiftendes Merkmal gehabt. Sei es der Wiederaufbau, die sexuelle Emanzipation, die Ölkrise oder die Bürgerbewegungen der 1980er Jahre. Und heute? Uns scheint ein produktives, sinnstiftendes Merkmal zu fehlen. Aus den Möglichkeiten, die wir haben, scheinen wir nichts zu machen. Stattdessen ist unsere Gemeinsamkeit die Angst. Die Angst vor fremden Menschen während der Flüchtlingsbewegung, die Angst vor Terrorismus und die Angst zu den sozialen Verlierer/-innen zu gehören. Und ob Angst immer der beste Ratgeber ist, darf jede/r für sich selbst entscheiden.

3. Eine Bildung, die nicht mehr zeitgemäß ist!

Schüler/-innen mit Tablet
© Axel Zahlut

Dieser Aspekt schmerzt mich persönlich am meisten. Aus diesem Grund wurden diese Seiten gegründet und aus diesem Grund kämpfe ich unermüdlich gegen die schweren Mühlen der Veränderung. Wir sollen unsere Kinder auf eine dynamische Welt mit statischer Pädagogik vorbereiten? Nicht nur die Schüler/-innen, sondern vermehrt auch Eltern erkennen, dass nicht mehr das gut sein wird, was für sie gut war. Doch worauf sollen Eltern bei der Schulwahl achten? Dinge wie Status und Tradition einer Schule würde ich als weit weniger wichtig bewerten als die Umsetzung moderner Pädagogik und die soziale Durchmischung der Schüler/-innen. Für das Leben nach der Schule ist es ein Gebot, dynamisch reagieren und mit vielen Menschen interagieren zu können. Auf der anderen Seite sind Inhalte und Tradition Töchter der Zeit.

Fazit: Potenziale optimistisch nutzen!

Gestern ist nicht heute und wir müssen uns stetig neu definieren. Wir müssen stetig neu definieren, was Glück für uns heißt und uns davon verabschieden, es nur materiell festzuhalten. Wir müssen akzeptieren, dass Leben Veränderung heißt und, dass das gut ist. Wir werden in einer globalisierten Welt ständig neuen Menschen begegnen und machen das hoffentlich mit einer menschenwürdigen Offenheit. Das Gegenteil führt zu ewig gestrigem Populismus. Unsere Welt hat enormes Potenzial, doch ist dieses in seiner Dynamik versteckt und wer das nicht verinnerlicht, wird auf große Herausforderungen stoßen. Doch beginnen wir klein! Bilden wir unsere Kinder richtig aus! Verhindern wir, dass Menschen zu sozialen Verlierer/-innen werden, indem wir aktiv Armut bekämpfen. Ob der Terror, Populismus und Pessimismus danach auf fruchtbaren Boden trifft, darf bezweifelt werden …