Nachhaltig leben funktioniert

Cola-Dose auf Straße
Quelle: https://static.pexels.com/photos/9343/city-sky-boardwalk-urban.jpg 03.07.2017

Seit über sechs Monaten befinde ich mich in einer Art Selbsttest. Mein Ziel war es damals, meinen Müll drastisch zu reduzieren und nachhaltiger zu leben. Das Ganze ist zu einer neuen Lebenseinstellung gewachsen, die mich erkennen lässt, dass ich nichts von meinem Komfort einbüßen muss. Ich brauche dafür nicht einmal mehr Geld auszugeben. Alles, was ich tun muss, ist mein Hirn einzuschalten und etwas bewusster zu leben. Und es funktioniert.

Vorurteile

Wie oft habe ich gehört, dass man sich den nachhaltigeren Lebensstil leisten muss? Bio zu kaufen wäre teuer und auf bestimmte Produkte müsse man ohnehin verzichten. Dem muss ich vehement widersprechen. Die Mähr vom teureren Lebenswandel dürfte von einer Industrie herrühren, die mit ihren „Nachhaltigkeitsprodukten“ versucht, Geld zu machen. Tatsächlich ist das Gegenteil der Fall.

Wenn ich weniger Müll produziere, das verbrauche, was ich einkaufe und mir kein schlechtes Gewissen einreden lasse, wenn ich ein Produkt länger verwende, als es von der Werbung gewünscht ist, spare ich sogar. Und nicht gerade wenig. Für meinen Selbstversuch ist ein kleines Notizbuch stets dabei. Darin halte ich fest, was ich ausgebe und was ich einnehme.

Nachhaltig leben schafft finanzielle Ressourcen

Münzen und Taschenrechner
Quelle: https://static.pexels.com/photos/34502/euro-seem-money-finance.jpg 03.07.2017

Durch den Verzicht auf Unnötiges habe ich auch ein reines Gewissen. Beispielsweise kaufe ich keine Shampoos mehr, sondern verwende feste Seifen (auch für meine Haare, denn es gibt Haarseifen). Die sind weit günstiger, mindestens genauso gut und produzieren keinen Plastikmüll. Bei der Mode habe ich sowieso eine männliche Haltung und trage die Dinge, bis sie irreparabel beschädigt sind. Und für danach gibt es tolle, Bio-Fairtrade-Alternativen. Lebensmittel kaufe ich tatsächlich nur aus biologischer Landwirtschaft und Fairtrade, wenn ein Produkt für mich lokal nicht nachvollziehbar ist, wie beispielsweise Bananen.

Der Grund, warum ich ein kleines Notizbuch zur „Kostenkontrolle“ eingeführt habe, ist, dass ich die Kosten über alle Sparten meines Lebens hinweg beobachten will. Durch eine nachhaltigere Lebensweise spart man an Orten, wo kein Sparpotenzial vermutet wurde und kann dafür sogar biologisch einkaufen und trotzdem weniger ausgeben, als vorher. Diese Vermutung hatte ich zwar schon länger, wollte sie aber belegen. Mit Erfolg! Damit ist auch mit Zahlen belegbar, dass ich in meinem Komfort nicht eingeschränkt bin.

Zero-Waste ist mir (noch) zu extrem

Es gibt jene, die ein komfortables und gutes Leben mit einem kompletten Verzicht auf Müll führen können. Vor diesen Menschen habe ich große Achtung. Für mich persönlich würde das vermutlich ohne große Einschränkungen funktionieren aber nachdem wir als junge Eltern vor anderen Herausforderungen stehen, ist das gar nicht so leicht. Wie sieht es beispielsweise mit dem Wechsel von Windeln aus, wenn man unterwegs ist? Auch dafür soll es Lösungen geben, in die ich mich erst vertiefen muss. Aber bei Produkten für unser Kind verwenden wir Glas statt Plastik (ewig haltbar, Anm.) und kochen biologische Lebensmittel, die keinen Müll hinterlassen und gesund sind.

Was muss ich tun?

Um etwas bewusster zu leben, habe ich mit kleinen Achtsamkeiten im Alltag begonnen. Im Supermarkt vermeide ich in Plastik gepackte Lebensmittel. Statt eine Wasserflasche zu kaufen, verwende ich eine Glasflasche, die ich in der Früh anfülle und mitnehme, um meinen Durst unterwegs zu löschen. In Zeiten der Online-Medien kaufe ich nur noch am Wochenende meine Lieblingswochenzeitung. Bücher kaufe ich auf meinem eBook-Reader und spare gleichzeitig Platz. Elektromüll gänzlich zu vermeiden, ist in der heutigen Zeit fast unmöglich, vor allem als Blogger. Aber man kauft das, was man braucht und behält seine Geräte wesentlich länger als üblich. Technisch sind sie auch in drei Jahren noch nicht überholt. Der Computer, mit dem ich diese Zeilen schreibe, stammt aus dem Dezember 2014 und nachdem ich ihn damals in der stärksten Konfiguration gekauft habe, ist er auch heute noch beinahe state-of-the-art.

Nachdenkender Affe
Quelle: https://static.pexels.com/photos/33535/primate-ape-thinking-mimic.jpg 03.07.2017

Mein aktuelles Smartphone werde ich verwenden, bis es nicht mehr funktioniert. Innerstädtisch lasse ich das Auto stehen. Für Familienausflüge und längere Geschäftsreisen wird es sowieso genug verwendet. Und auch bei der Kleidung gibt es mittlerweile gut aussehende, biologische und CO2-neutral erzeugte Fairtrade-Produkte, die nicht mehr kosten, als die Konkurrenz in einer bekannten Modehaus-Kette. Für mich hat sich die Adaptierung meines Lebensstils sowohl finanziell als auch für mein Gewissen ausgezahlt. Offiziell erkläre ich damit mein „Experiment“ für beendet, nachdem es kein Versuch mehr ist, sondern längst ein Teil meines Lebensstils wurde.

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