Facebook ist tot! Lang lebe Facebook

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Quelle: https://static.pexels.com/photos/267399/pexels-photo-267399.jpeg 08.08.2017

Nein! Facebook ist natürlich nicht tot. Geht man nach den von Facebook veröffentlichten NutzerInnenzahlen, wächst das beliebteste soziale Netzwerk weltweit munter weiter. Doch in Westeuropa hat man manchmal das Gefühl, als wäre die Dynamik der Anfangsjahre draußen. Die wirklichen Wachstumsmärkte scheinen ohnehin nicht mehr Europa und USA/Canada zu sein. Aber Facebook hat sehr früh für die Zukunft vorgesorgt und dabei seine Rolle erweitert.

MAUs und DAUs

Wieder zwei völlig neue Abkürzungen, die eher wie alte Indianernamen klingen. Doch hinter der Abkürzung MAU (monthly active users) stehen die BenutzerInnen, die zumindest einmal pro Monat das soziale Netzwerk besuchen. Hinter DAU (daily active users) jene, die es täglich aufrufen. Der Anteil jener, die Facebook über die mobile App nutzen, ist dabei mit 94 Prozent (https://www.heise.de/newsticker/meldung/Zahlen-bitte-1-86-Milliarden-Facebook-Nutzer-3635565.html) am größten.

Facebook ist stolz auf seine steigenden NutzerInnen-Zahlen mit knapp 2 Milliarden MAUs (http://www.giga.de/extra/social-media/specials/facebook-nutzerzahlen-2017-so-viele-aktive-profile-gibt-es/). Auf der Suche nach den NutzerInnenzahlen, die täglich zugreifen, erhält man verschiedene Angaben. Zumindest bedeuten die Zahlen, dass es weltweit jährlich mehr Menschen werden, die über einen Account verfügen und sporadisch ihr Profil aufrufen. Doch ob es auch in den täglichen, digitalen Gebrauch integriert ist, steht auf einem anderen Blatt Papier.

Wozu Facebook

Tastatur mit Facebook-Logo
Quelle: https://static.pexels.com/photos/247780/pexels-photo-247780.jpeg 08.08.2017

Nirgendwo wird online so gemobbt, wie in den sozialen Netzwerken. Fragwürdige AGBs und eine langsame Reaktionszeit bei der Entfernung herabwürdigender Videos lassen mich den Sinn von Facebook hinterfragen. Häufige Status-Updates wie in den Anfangszeiten erlebe ich dankenswerterweise nicht mehr. Die Selfie-Kultur, wie sie von Stars und Sternchen à la Kim Kardashian gepflegt wird, rückte ein neues soziales Netzwerk in den Fokus der Aufmerksamkeit. Instagram!

Die Dynamik, die ich in den Anfangsjahren auf Facebook erlebt habe, finde ich nun auf Instagram wieder. Und damit Facebook weiter steigende NutzerInnen-Zahlen hat, werden die Instagram- und Facebook-Konten miteinander verknüpft. Von uns geteilte Updates können somit auf der jeweils anderen Plattform angezeigt werden. Für Aufsehen sorgte der Kauf des beliebten Messenger-Dienstes WhatsApp. Bereits im letzten September habe ich auf die Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes hingewiesen und aktuell ist auch ein Verfahren vor dem Europäischen Gerichtshof anhängig.

Facebook setzt auf die Bequemlichkeit seiner NutzerInnen, die beinahe jede Datenschutzänderung schlucken. Denn zur Kontaktpflege mit Bekannten und Verwandten ist Facebook ebenso geeignet, wie zur Vernetzung in Gruppen (diese Möglichkeit wird auch von SchülerInnen stark genutzt) und zur Informationsgewinnung. Hier ist aber die Verbreitung von sogenannten Fakenews höchst problematisch.

Fallstricke für SchülerInnen

Ob Facebook pädagogisch wertvoll ist, sei dahingestellt. Aber es ist ein Teil der Realität der SchülerInnen. Positiv sei hervorgehoben, dass viele SchülerInnen zu bestimmten Fächern eigene Gruppen bilden, um sich auszutauschen und gegenseitig zu helfen. Dass in den sozialen Netzwerken über die Gebühr gemobbt wird und die Daten der Kinder gesammelt und verwertet werden, streicht die Bedeutung der Vermittlung digitaler Kompetenzen hervor. Denn der Umgang mit Hetze, Mobbing, Fakenews und der Unterscheidung zwischen Information und Meinung muss entsprechend erlernt werden.

Die Bedeutung sozialer Netzwerke

soziale Netzwerke
Quelle: https://static.pexels.com/photos/266246/pexels-photo-266246.jpeg 08.08.2017

Interessant ist die Bedeutung sozialer Netzwerke vor allem aus demokratiepolitischer Sicht. Denn gerade während der bevorstehenden Nationalratswahl wird sehr viel der politischen Werbung auf Facebook, Twitter und Co. stattfinden. Die NutzerInnen können augenblicklich ihr Feedback zur geschalteten Werbung geben und treten untereinander in einen Austausch. Dadurch wird über ein politisches Vorhaben einer Partei wesentlich lebhafter diskutiert, als in früheren Jahren in den eigenen vier Wänden oder am Stammtisch. Politische BewerberInnen hoffen damit auf den sogenannten Schneeballeffekt.

Gerade im Spannungsfeld zwischen Meinungen, Werbungen und Fakten ist eine differenzierte Betrachtung notwenig. Soziale Netzwerke wie Facebook spielen in unserem Leben eine essentielle Rolle und sind mittlerweile im Medienkonsum der Gesellschaft die primäre Quelle für Erstinformationen. Wenn ich schreibe „Facebook ist tot! Lang lebe Facebook!“ so meine ich, dass Facebook längst seine ursprüngliche Rolle der sozialen Vernetzung von Menschen erweitert hat. Heute handelt es sich um ein weltweit operierendes Medien- und Dienstleistungsunternehmen …

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