Raumgestaltung

Dass dynamische Lehrinhalte für eine dynamische Gruppe (SchülerInnen) in einem statischen Klassenzimmer vermittelt werden, scheint vermehrt an Grenzen zu stoßen. Das European Schoolnet in Brüssel teilt die pädagogische Interaktion in sechs Lernbereiche auf, wobei diese nicht in einem Raum sein müssen. Auch ist der finanzielle Druck auf Schulen enorm. Oft genügt es, einfach die Türen aufzumachen, bestehende Räume etwas umzustellen oder mit kleinen Details für mehr Dynamik zu sorgen. Das Modell, auf das sich die Innovationsschule bezieht, ist das Future Classroom Lab in Brüssel.

Die wesentlichen Aspekte der einzelnen Lernbereiche:

Interaktion mit den LehrerInnen:

Prinzipiell sieht dieser Bereich wie ein traditionelles Klassenzimmer aus, ist aber kleiner und in Bezug auf die Möblierung und Ausrichtung flexibler. Entscheidend ist, dass - je nach Bedarf - dieser Bereich derart umgestellt werden kann, dass die SchülerInnen von ZuhörerInnen zu aktiven Lernenden werden. 

 

Nützliches Zusatzequipment: 

  • Interactive Whiteboard 
  • Learner Response Systeme 
  • Mobile Lernbegleiter (Tablets, Notebooks, …) 
  • Lernmanagement System 

 

Das zusätzliche Equipment ist ein nettes add-on, aber keineswegs eine Voraussetzung. Skandinavische Länder schneiden bei Bildungstest immer gut ab, weil die dahinterliegende Pädagogik SchülerInnen-zentriert und dynamisch ist. 

Amphitheater:

Dieser Bereich ist idealerweise als kleines Amphitheater aufgebaut, in dessen Zentrum eine interaktive Tafel steht. Hier werden Referate, Präsentationen oder Diskussionsinputs als Beginn oder Ergebnis eines Lernprozesses den MitschülerInnen präsentiert. 

Nützliches Zusatzequipment:  

  • Veränderbare Möblierung 
  • Interaktive Whiteboard oder HD-Screen
  • Online Werkzeuge zur Publizierung (Lernplattform, Blog, … )

ForscherInnen-Arbeitsplatz:

Forschendes Lernen soll in den Schulen forciert werden. Dabei ist die Stärkung der Eigenverantwortung der SchülerInnen essenziell. Auch die Integration von tatsächlichen Forschungsobjekten, Echtzeitdaten und Experimenten findet hier ihre logischste Anwendung. Der ForscherInnen-Arbeitsplatz sollte abhängig vom unterrichteten Fach gestaltet werden. Die Schulen Hellerup-Skole in Kopenhagen, Dänemark und die Freie Schule Anne Sophie in Künzelau, Deutschland  haben hierfür eigene Bereiche geschaffen. Abhängig vom naturwissenschaftlichen Gegenstand wird dieser Bereich schnell adaptiert. 

Nützliches Zusatzequipment: 

  • Mikroskope 
  • data loggers 
  • Online-Labors 
  • Experimente-Koffer 

 

In Zeiten wirtschaftlicher Zwänge und Beschränkungen wird dieser Bereich vermehrt externalisiert. Science-Center bieten hierfür eine ideale Gelegenheit. Steht keines in der Nähe zur Verfügung, können mit einfachen Mitteln große Effekte erzielt werden.

Kreative Ecke:

Dieser Bereich dient vordringlich zur Erstellung eigener Inhalte durch die SchülerInnen. Ihre MitschülerInnen und die LehrerInnen profitieren von der dabei stattfindenden Innovation nachhaltig. Seien es Referate, Übungen, Animationen, Videos oder aufbereitete Materialien, die Vielzahl an Informations- und Kommunikationstechnologien setzt hier keine Grenzen. Entscheidend ist, dass den SchülerInnen die Möglichkeit der kreativen Umsetzung gegeben wird. 

 

Nützliches Zusatzequipment: 

  • HD-Kamera oder Pocket-Camera 
  • Editiersoftware 
  • Animationssoftware 
  • Streaming Services 
  • Lern-Management-System 

Zusammenarbeit:

Die Teamarbeit ist eine soziale Kompetenz, die im Berufsleben vermehrt gefragt ist. In diesem Bereich sollen die SchülerInnen Peer-to-Peer kollaborieren und Inhalte und Ideen austauschen. Dieser Bereich eignet sich hervorragend zur Projektarbeit, welche die Lehrkraft zuvor in Auftrag gegeben hat. 

 

Nützliches Zusatzequipment: 

  • Interactive Whiteboard oder Table 
  • Mind-Mapping-Software 
  • Brainstorming Wand
  • Ressourcen-Datenbank 
  • … 

Informelles Lernen:

Dieser Bereich hat im Wesentlichen zwei Aufgaben. Einerseits sollen informelle Lernprozesse zwischen den SchülerInnen forciert werden, andererseits auch ein Bereich des Rückzugs und der individuellen Erarbeitung verschiedener Materien bereitgestellt werden. Im traditionellen Schulverständnis wird dieser Bereich nachhause verlagert und die SchülerInnen erstellen ihre Hausaufgaben und kollaborieren mit Freunden. In einer ganztägigen Schulform erscheint ein derartiger Bereich höchst sinnvoll. Meistens werden Studier-Räume oder das Klassenzimmer genutzt. Kleine Adaptierungen zeigen hier eine große Wirkung. 

 

Nützliches Zusatzequipment: 

  • Lernecken 
  • Bücher 
  • Elektrische Zugang für Notebook, … 
  • Lernspiele, …