Artikel mit dem Tag "demokratie"



10. April 2018
Gelber Regenschirm und mehrere schwarze Regenschirme
„Niemand besitzt die Wahrheit, daher lohnt es sich, um die Wahrheit zu streiten.“ (Stuart Mill) Mit einem Satz hat der britische Philosoph Stuart Mill das Wesen der Demokratie beschrieben. Freie Meinungsäußerung und der faire Kampf der Argumente zeichnen unsere aufgeklärte Gesellschaft aus. Ich habe diesen Satz kürzlich in einem packenden Buch gelesen und habe mich gefragt, ob sich unsere Demokratie tatsächlich an diese Prinzipien hält.
25. Februar 2018
Schreibmaschine
Was kommen musste, kam. Selten wird etwas so heiß gegessen, wie es gekocht wird und in der Politik ist das nicht anders. Uns wurde ein neuer Stil versprochen und eine endgültige Abkehr vom Stillstand in diesem Land. Was ist daraus geworden? Gelten verratene Prinzipien, eine Umfärbung des Parteifilzes und eine Einschränkung des offenen Zugangs zum parlamentarischen Prozess als neuer Stil?
23. Februar 2018
Patronen
Mit seinem aktuellsten Vorschlag zementiert Donald Trump seine Ahnungslosigkeit und sein fehlendes Verantwortungsgefühl. Als Reaktion des letzten Amoklaufs/Massaker an einer Schule sollen LehrerInnen Waffen verpasst werden. Diese Maßnahme ist so sinnvoll wie die Strategie, Feuerwehrfrauen und -männern Streichhölzer und Benzin zur Brandbekämpfung zu geben. Dabei spielt Trump mit der Sicherheit und der Zukunft der Kinder und vermittelt das falsche Bild.
15. Februar 2018
Schwarz-Weiß Gesicht
Aus der Bildung kommend hat mich diese Meldung verwundert. Die aktuelle Bundesregierung will über 4.000 neue PolizistInnen einstellen. Nachdem ein Gutteil der BeamtInnen in den nächsten Jahren in Pension geht, sind das 2.100 zusätzliche Planstellen. Es wird wieder deutlich, dass die Verteilung der Mittel in einer Demokratie eine Frage der politischen Priorität ist. Der Aspekt der Gesellschaft, der wirklich die Sicherheit erhöht und das friedliche Miteinander fördert, ist die Bildung.
09. Februar 2018
Frau rauft sich die Haare
Wenn der Pragmatismus die Emotionen des Wahlkampfes in einen Schleier der Ernüchterung hüllt, findet man sich in der großen Koalition in Deutschland wieder. Gemäß des Mottos „Die Dinge werden nie so heiß gegessen wie sie gekocht werden“ arbeiten plötzlich jene zusammen, die unter keinen Umständen kooperieren wollten. Dass die SPD als Siegerin im Poker um Posten von vielen JournalistInnen wahrgenommen wird, dürfte trotzdem nur ein schwacher Trost sein.
02. Februar 2018
Artillerie
Sätze wie „irgendwann ist es genug“ sind ein Ausdruck eines latenten Antisemitismus in unserem Land, der eigentlich keinen Platz haben sollte. Ganz besonders nicht eingedenk unseres historischen Erbes. Das Aufkommen der Gesangspraktiken der Burschenschaft Germania zeigt ein systemisches Problem, das Ausdruck einer nie vollzogenen Aufarbeitung unserer Geschichte ist. Diese Aufarbeitung beginnt mit der Einsicht, dass Österreich primär nicht Opfer, sondern Mittäter des NS-Regimes war.
29. Januar 2018
Fenster und Tür
Unser Land ist wie ein großes Haus mit vielen Fenstern. Blickt man aus einem hinaus, sieht man einen Teil der Wirklichkeit. Die Aufgabe der Demokratie ist, möglichst viele dieser Blickwinkel zusammenzufassen. Natürlich gibt es einige Fenster, durch die wir nie wieder blicken sollten, wenn wir die Geschichte richtig interpretieren. Die Aufgabe der politischen VertreterInnen einer Demokratie ist, möglichst viele Blickwinkel zu kennen und ihre Moral an höheren Maßstäben zu messen als an Gesetzen.
20. Januar 2018
Globus
Bisher organisierten wir die demokratische Vertretung durch Wahlen. KritikerInnen werden zu Recht behaupten, diese Art der Auswahl wäre aristokratisch. Vielleicht gibt es eine bessere Möglichkeit und wir haben diese bereits andernorts implementiert. Ich denke vor allem an eine Strategie, den Populismus und die Machtversessenheit zu umgehen.
19. Januar 2018
Geld in schwarz weiß
Viele von uns glauben an den Gott des Kapitalismus - an das ständige Wachstum. Doch dieses Wachstum basiert auf zwei Grundsätzen, die einer nachhaltigen Entwicklung entgegenstehen. Erstens, dass wir stetig mehr brauchen als notwendig ist und zweitens auf dem gegenwärtigen Geldsystem, das auf Schulden fußt. Ich habe einige Zeit gebraucht, bis ich es begriffen habe. Aber jetzt sehe ich die Welt tatsächlich mit anderen Augen.
21. Dezember 2017
zwei schematische Menschen
Dass die Besetzung von Posten in einer österreichischen Bundesregierung ähnlich kontrovers sein würde wie in den USA, hielt ich bis vor kurzer Zeit für relativ unwahrscheinlich. Um die demokratische Entwicklung Österreichs habe ich mich noch nie so gesorgt wie jetzt. Vielleicht sind meine Befürchtungen unbegründet. Aber vielleicht sind sie nur der Auftakt einer Entwicklung, die uns nicht gefallen kann.

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