Blutet Facebook aus?

Facebook-Icon auf Smartphone
Quelle: https://www.pexels.com/photo/background-blur-chat-colors-433617/ 12.02.2018

Handelt es sich um die letzten Atemzüge eines sozialen Netzwerks, das uns jahrelang prägte? Erleidet Facebook ein ähnliches Schicksal wie zuvor MySpace oder StudiVZ? Auf die sinkende Zeit, die seine BenützerInnen mit dem sozialen Medium verbringen, reagiert dieses mit weniger Neuigkeiten, die für viele Menschen interessant sein könnten. Leidtragende sind Zeitungen, Fernsehshows und Blogs wie dieser. Als Nutzer von Facebook frage ich nach dem effektiven Mehrwert.

Die Informationsquelle

Ich hielt diese Tatsache stets für bedenklich, aber bisher zogen viele BenützerInnen Facebook als primäre Informationsquelle heran. Solange Artikel von seriösen Zeitungen und Medien geschalten wurden, hat das den täglichen Informationskonsum deutlich beschleunigt. Werden diese Quellen nun nicht mehr auf der individuellen Startseite gezeigt, wird das Bild der Umwelt erheblich eingeschränkt.

Laut den verantwortlichen Personen möchte sich Facebook vermehrt auf die soziale Interaktion seiner MitgliederInnen konzentrieren. Allerdings dürfte das schwer werden, zumal kaum individuelle Posts abgesetzt werden (aber das könnte auch mein Eindruck unter meinen FreundInnen sein; Anm.). Für den Konzern Facebook dürfte das aber kaum finanzielle Nachteile zur Folge haben, hat man doch mit Instagram und WhatsApp zwei starke Zugpferde im Stall.

Firmen werden ihre Strategie überdenken

Schachfiguren
Quelle: https://www.pexels.com/photo/black-queen-chess-piece-129742/ 12.02.2018

Dennoch dürfte eine Abwanderungsbewegung stattfinden. Bisher galt der Facebook-Kanal noch als das primäre Kommunikationsmedium, mit den KundInnen Beschwerden und Feedback zu Produkten effizient platzieren konnten. Fällt diese Möglichkeit weg, wird auch die Verwendung dieses Kanals überdacht. Aus Interesse habe ich die „Likes“ bei den letzten Artikeln der Tageszeitung DerStandard angesehen und stellte fest, dass diese, von einem Beitrag über Donald Trump abgesehen, unterirdisch waren (kamen sie über 20 war es viel; Anm.).

Andere Kanäle attraktiver?

Als Kanal der effizienten Verbreitung fällt Facebook also aus. Gibt es andere Möglichkeiten? Wenn ich die Zugriffszahlen von innovationsschule.at ansehe, stelle ich fest, dass diese besonders hoch waren, wenn mit dem gleichen finanziellen Aufwand wie auf Facebook Werbungen auf Twitter geschalten wurden. Der Zielgruppen-Algorithmus dürfte also effektiv funktionieren. Das Schwierige ist, dass es mittlerweile eine Vielzahl an sozialen Medien gibt, die unterschiedliche Zielgruppen und ihre Gewohnheiten ansprechen.

Soziale Medien
Quelle: https://www.pexels.com/photo/apps-blur-button-close-up-267350/ 12.02.2018

Sie funktionieren meist „vertikal“ und sprechen daher stets ein eingeengtes Publikum an. Facebook hatte ob seiner großen NutzerInnenzahl den Vorteil, über die Definition von Zielgruppen Botschaften mit einer hohen Trefferquote an die Frau und an den Mann zu bringen. Dies fällt nun vermehrt weg. Interessant war, dass im gleichen Atemzug mit Facebooks Ankündigung, nur noch soziale Interaktionen von FreundInnen zu forcieren, mich täglich Emails des sozialen Netzwerks ereilen, die mir nahelegen, meine Artikel mit sehr hohen Beträgen zu bewerben. Naja …

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