Ist Müll brauchbar? (+ Erklärungsfilm)

Don't waste your waste
Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=Kr_DGf77OhM

In den nächsten Tagen werde ich mich aktiv mit der Frage beschäftigen, wie wir tatsächlich nachhaltiger leben können. Dafür gibt es auf europäischer Ebene sogar mehrere Bildungsprojekte, die das Ziel verfolgen, entsprechende Lernmaterialien für Schüler/-innen zu erstellen. Als Einstieg befasse ich mich heute mit der Frage, was jede/r von uns am effektivsten tun kann, um Ressourcen-schonender zu leben. Dafür genügt ein kurzer Blick in unseren Abfallkübel. Jährlich produzieren wir Europäer/-innen pro Kopf über 500 Kilogramm Müll, dessen Potenzial nicht genützt wird oder relativ leicht vermieden werden könnte.

1. Wiederverwendung!

Einige Müllbestandteile können bereits wieder verwendet werden, ohne, dass sie einer Umwandlung bedürfen. Verbrauchte Mode kann gewaschen wiederverwendet, Glasflaschen wiederbefüllt und elektronische Geräte in ihre Einzelteile zersetzt werden, zumal manche Bestandteile aus seltenen Ressourcen stammen. Also bevor wir das nächste Mal unbedacht Dinge entsorgen, lohnt ein zweiter Blick. Ein höchst angenehmer Nebeneffekt ist, dass viele Müllelemente bares Geld wert sind und somit Geld in der eigenen Tasche übrig bleibt.

2. Recycling!

Seit Jahrzehnten verfolgt uns dieses Thema stetig. Der Grund dafür ist, dass noch immer nicht alle Menschen verstanden haben, dass viele Bestandteile des Mülls aufgespalten wiederverwendet werden können. Aus Plastikflaschen und Verpackungsmaterial werden zum Beispiel wieder Verpackungsmaterial und Taschen, aus verbrauchtem Papier wieder Papier und aus Biomüll Erde. Die meisten Dinge in unserem Müll sind brauchbar und wieder zu verwenden - aber manchmal eben in anderer Form. Auch werden Arbeitsplätze im Recycling-Prozess geschaffen, weshalb Nachhaltigkeit hier auch noch gesellschaftspolitisch sozial ist.

3. Energieproduktion!

Jener Teil des Mülls, der weder wiederverwendet noch recycelt werden kann, liefert tolle Energiewerte bei der Verbrennung. Diese Energie ist „grüner“ als Kohle, unbedenklicher als Atomenergie und diese Biomasse ist sowieso vorhanden. Natürlich bedarf es hier anfänglicher Investitionen, aber die Langzeitkosten werden relativ gering gehalten, zumal die Rohstoffe für die Verbrennung nicht gesondert abgebaut werden müssen. Es gibt bereits Beispiele in anderen Ländern, wo Biomasse-Kraftwerke ganze Städte versorgen oder zur Befeuerung von Elektroautos verwendet werden. Und wieder: Auch hier werden Arbeitsplätze durch einen neu entstehenden Wirtschaftszweig geschaffen.

Fazit: Weniger Müll entstehen lassen und wiederverwenden!

Der beste Müll ist aber jener, der erst gar nicht produziert wird und hier kann jede/r seinen Beitrag leisten. Es fängt schon damit an, dass die gekauften Lebensmittel tatsächlich gegessen werden sollten. Denn ein zu großer Anteil landet unverbraucht im Müll. Flaschen sollten wieder verwendet werden. Ein einfaches Beispiel, an das nicht viele Menschen denken: Bevor wir das nächste Mal einen Coffee-to-go bei der Kaffeehauskette unseres Vertrauens holen, nehmen wir doch einfach unsere eigene Thermosflasche mit. Hier kann leicht Müll vermieden werden. Wasserflaschen zu kaufen (und zu tragen), ist gerade in Gebieten mit einem guten Trinkwasser beinahe grotesk. Ein abschließender Tipp für das digitale Zeitalter: Zeitungen und Bücher können auch online oder als eBook gelesen werden. Gerade Zeitungen sollten auch keine Glaubenskriege mit klassischen Bücherwürmern, die das feste Material in Händen halten wollen, auslösen.

Obwohl niemand von uns alleine die Welt verändern wird, so kann doch jede/r einen signifikanten Beitrag zur Verbesserung beitragen. Vielleicht kommen jetzt Stimmen hoch, die behaupten, es brächte alles nichts, solange andere Erdteile mit der Verschwendung fortfahren. Denen sei gesagt, dass viele es nicht wissen, nicht die Möglichkeiten oder das Bewusstsein haben. Aber wenn das alles vorhanden ist  - und bei uns ist das der Fall - entsteht eine moralische Verantwortung unseren Kindern gegenüber …