Strafe gegen Google

Google-Suchmaschine
Quelle: https://static.pexels.com/photos/218717/pexels-photo-218717.jpeg 27.06.2017

„Was lange währt, wird endlich gut.“ Die EU-Kommission brummt Google wegen des Missbrauchs seiner Marktmacht eine Strafe von 2,42 Milliarden Euro auf. Das ist ein Rekord! Das Urteil: Die marktbeherrschende Stellung wurde zum Nachteil europäischer KonsumentInnen beim Preisvergleich missbraucht. Mir sind diese „Giganten“ der Technologiewelt sowieso suspekt.

Missbrauch seiner Stellung

Die marktbeherrschende Stellung bei Googles Suchdienst wird zugunsten des eigenen Preisvergleichsdienstes missbraucht. Anderen Unternehmen soll damit die Möglichkeit genommen werden, in einem fairen Wettbewerb durch Leistung zu überzeugen. Das Ganze passiert zum Nachteil europäischer KonsumentInnen, weshalb die Wettbewerbshüter der Europäischen Kommission einschreiten.

Die EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager teilte mit, dass Google im Zuge einer eingehenden Untersuchung dieses Fehlverhalten nachgewiesen werden konnte. Es werden bezahlte Inhalte besser mit Fotos, Preisen und Links platziert, was den Wettbewerb verzerre. Schlimmer noch: Google übt damit direkten Einfluss auf diesen aus.

90 Tage Zeit

Wanduhr
Quelle: https://static.pexels.com/photos/280264/pexels-photo-280264.jpeg 27.06.2017

Google hat nun, neben der Leistung der Strafzahlung, 90 Tage Zeit, dieses Verhalten zu korrigieren. Für jeden weiteren Tag nach Ablauf der Frist, droht eine Strafzahlung von bis zu 5 Prozent des Tagesumsatzes des Mutterkonzerns Alphabet. Google ist daher gut beraten, rasch zu reagieren. Wer aber glaubt, das wäre das Ende der Fahnenstange, irrt. Die Kommission nimmt auch Googles Smartphone-Betriebssystem Android und den Werbedienst AdSense ins Visier.

Droht das Schicksal des römischen Imperiums?

Als das römische Reich unter Kaiser Hadrian (76-138 n. Chr.) seine größte Ausdehnung erreicht hatte, deutete sich bereits an, dass die schiere Größe nicht mehr zu administrieren war. Google und sein Mutterkonzern Alphabet ist in zahlreichen Geschäftsfeldern tätig. Hier den juristischen Überblick über ein weltweit operierendes Unternehmen zu behalten, ist aufgrund verschiedener gesetzlicher Grundlagen in den jeweiligen Staaten schwierig.

Was kann ich als AnwenderIn tun?

Aufmerksame LeserInnen von innovationsschule.at wissen, dass ich starke Vorbehalte gegen die Datenkrake Google habe. Ich verwende kein Android-Smartphone, keine Google-Suchmaschine und nütze Google+ lediglich zur Verbreitung meiner Artikel. Zwar habe ich eine Google-Email-Adresse, rufe meine Mails aber niemals über die Google-Oberfläche auf. Auf diese Weise kann ich meine Emails vorab und von Google unabhängig filtern, erhalte keine Werbung und treffe eigene Sicherheitsvorkehrungen.

Newtons Kugelspiel
Quelle: https://pixabay.com/de/newtons-wiege-eier-kugel-aktion-256213/ 27.06.2017

Persönliche Daten verrate ich damit weit weniger als das von Google intendiert ist. Wenn es darum geht, Preise und Produkte zu vergleichen, empfiehlt es sich, auch andere Quellen zusätzlich zu Google zu nützen. Es geht für uns KonsumentInnen immer um transparente Kriterien der Entscheidung. Kennt man Googles Mechanismen, können sie umgangen werden. Und als mündige BürgerInnen und KonsumentInnen sollten wir uns auch dementsprechend verhalten …

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